Familie Ising in München

Sonntag, 11. Dezember 2011

Hurra - die Möbel sind da!

Am 23.11. kamen nach 5wöchiger Reise unsere Möbel an. Auf der einen Seite Hurra, wir haben wieder all unsere vertrauten Sachen um uns herum, auf der anderen Seite müssen wir uns von unserem puristischem Wohnen verabschieden. Weniger ist ja bekanntlich mehr. Nun ja, da stehen morgens um 10:00 Uhr die Möbelpacker vor der Haustür und beginnen die 220 Kisten in den 6.Stock zu befördern. Parallel werden unsere Leihmöbel abgeholt. Den chinesischen Abholern muß ich sagen, was weg muß und den malayischen Möbelbringern versuche ich zu erklären, welche Kiste muß in welchen Raum. Das ist ein lustiges Unterfangen, bei meinem Englisch und deren Singlisch. Ich hake die 220 Kisten auf der Liste ab, renne von Raum zu Raum, dort das Bett hin, hier die Couch, dort der Schrank, nein andersrum, vorsichtig mit den Glastüren, Achtung mit dem Aufschlitzen der Bilderkartons, dann organisieren, dass die Kinder länger im Kindergarten bleiben können, schnell was trinken und dann ist der Tag fast vorbei. Das letzte Möbelstück ist unser Eßtisch, der nicht in den Lift paßt und von den armen Männen hochgetragen werden muß. Am Abend stehen die Möbel und die restlichen 150 Kartons darf ich jetzt allein auspacken. Isi ist in Peking und ich mache mich auf die Suche nach dem Dringensten, Besteck, Teller ....!

Zwei echte Helfer!
Meine Küche - kein Durchkommen mehr!
Die folgenden Tage sind geprägt vom Sortieren und Auspacken der Kisten. Die Zimmer ein wenig Einrichten und vor allem alles wieder begehbar machen.
Schnell merke ich, dass wir noch zu viele Dinge haben, für die es keinen Stauraum gibt und die wir auch einfach nicht mehr brauchen. Also werden wieder Kisten gepackt - für die Heilsarmee in Singapur. Die nächsten Wochen sind nun geprägt vom täglichen Kisten ausräumen, sorgfältigem Sortieren und alles ein wenig schöner machen.

Sebastian in Peking

(Jetzt schreibt Sebastian:) Mein erster Trip ins Ausland, also von S'Pore aus gesehen, geht nach Peking. Ein workshop über Prozesse und Dokumenten-Management. 8h Flug, ich komme um 00.30h am Pekinger Flughafen an, hole Geld vom Automaten (Was hat China für eine Währung, frage ich mich, RMB? Für was steht das? Egal.) und gehe zum Taxistand. Meine Hoteladresse hatte ich mir ausgedruckt, mit chinesischen Zeichen, man weiss ja nie... Was für ein Glück! Nachdem ich ca. 1 Stunde auf ein Taxi warten musste,  wird mit klar, dass ich mit englisch hier nicht weit kommen werde, der Ausdruck des Westin Hotels rettet mir das Leben. Um 02.00h falle ich ins Bett, das Zimmer (und sowieso das ganze Hotel) ist allerdings Luxus pur: im 26ten Stock, mit Marmor-Bad, maxi-Mini-Bar, grossem Flachbildschirm-TV, WiFi, Couch-Ecke, Schreibtisch und grossem King-Size-Bed lässt es sich aushalten, und das Frühstück lässt die kurze Nacht vergessen: Japanisches Sushi, chinesische dumplings, Obst, westliches ("continental") breakfast, das Buffet lässt wirklich keine Wünsche offen. Ich treffe meinen Kollegen Thomas aus München, wir frühstücken lecker und gehen dann zu Fuss ins BMW Office, es ist ja nur 10min zu Fuss entfernt. Kaum aus dem Hotel denke ich: oh, was für ein Glück, dass ich mir meine Carhart-Jacke mitgenommen habe, es ist ja, mit singaporianischen Verhältnissen gesehen, saukalt: 5°C. Kragen hoch, und los! Das erste was mir auffällt: Klarer, blauer Himmel! Super Wetter von der Kälte abgesehen, keine Luftverschmutzung zu sehen oder zu riechen.
Keine qualmenden 2-Takter, jedoch auch kaum Fahrradfahrer, die Bilder der Horden von chinesischen fietsern in den Strassen gehören der Vergangenheit an. Und dann: wow, warum gibts hier soviel Porsche Cayenne? Und Panameras? Oh, und hier ein X6 und da ein X5 und dort ein 7er und Audi Q5/7??

Das China ein kommunistisches Land sein soll, fällt mir nicht auf, auch in den folgenden Tagen sehe ich davon nichts.
Aber George Orwell hätte seine Freude gehabt: Kameras an jeder Ecke! Wer schaut sich all die Filme und Bilder an? Wo und wie wird das Volk hier kontrolliert?

Elektro-Bikes statt 2-Takter
Die nächsten 4 Tage bzw. Abende ändert sich dieses Bild nicht. Wir suchen eine fake-mall und kommen an malls vorbei, da fällt einem nichts mehr ein: Luxus-malls ohne Ende, flagships-stores von Nike und Addidas, neben dem riesen Apple-shop eine Porsche-Händler, daneben Louis-Vitton, Rolex, Hermes. In der fake-mall kaufe ich ein paar Paul Smith-Hemden, in den Echten steht auch 'Made in China'... Das kommunistische China Mao's stellt sich mir als das kapitalistischste Land dar, welches ich bislang gesehen habe!

Der workhsop war übrigens sehr erfolgreich, mal sehen, wann wir hier unser Dokumenten-Management-Projekt starten werden, vielleicht schon im Februar 2012!

Auf dem Weg zum - und anschließen Besuch beim BMW Händler.
Chinesisches Spieleug - musste mit!



Advent, Advent....

Weihnachtsstimmung bei 30°C Hitze kommt nur schwer bei uns auf. Aber die deutsche Schule hat uns geholfen etwas Vertrautes in unsere Wohnung zu bringen. Ich erwartete eher einen viel zu kleinen Markt, in einer viel zu großen Aula. Doch bei 1000 Kindern, die hier auf die Schule gehen, war dementsprechend der Weihnachtsmarkt eine Riesenveranstaltung. Auf diesem Weihnachtsmarkt, der am 26.11. stattfand, konnten wir einen großen Adventskranz kaufen. Die Tanne war extra aus Deutschland rangeflogen. Ich fühlte mich schon wie nach der Bescherung! Es gab selbstgebastelte Sachen von Kindern, Kekse zum dekorieren und jede Menge Essen und Trinken. Der Weihnachtsmarkt erinnerte mich stark an das Münchner Oktoberfest. Vom Bratwürstchenrauch eingenebelt und der Duft von frischgezapftem Paulaner in der Luft liegend, konnten wir das Weihnachtsfest dennoch genießen.



Und am Sonntag, dem ersten Advent stand ein wunderschöner Kranz auf unserem Eßtisch und es duftete herrlich nach Tanne.

Cranberry Drop-Cookies

Zum 3. Advent haben Jakob und ich Cranberry Cookies gebacken. Ich dachte mir, das geht schneller als ausstechen. Ein Rezept von Omi Linde, aus der "Woman's day" von 1971. Dank meiner lieben Schwägerin, habe ich auch einen Cup-Meßbecher im Haus (habe ihn beim letzten Chicago-Besuch so toll gefunden, dass Anna mir ihn mitgeben mußte) und wir konnten schwupsdiwups tolle Kekse für unser Kaffeetrinken zaubern.

Samstag, 10. Dezember 2011

Sinterklaas in Singapur

Unserem Jakob zu erklären, daß Sinterklaas nur nach Holland kommt und nicht nach Singapur, war nahezu unmöglich. Wochenlang haben wir Sint-Liedjes hören dürfen, konnten schon alle mitsingen und trauten uns 
nicht, auf seine Frage, wann der Sinterklaas denn kommt, zu antworten. Doch Singapur macht es möglich - also der Hollandse Club hier. Es leben soviele Niederländer hier, dass ein Riesensinterklaasfest organisiert wurde. Das Genialste war, das der Sinterklaas mit seinen zwarten Pieten auf dem Boot im ca. 600m entfernten Yacht-Hafen ankam. Und Menschen waren da .... 1000de ... Eltern, Kinder, Omas, Opas, Tanten, Onkels, Freunde. Die meisten sprachen Holländisch, was uns natürlich sehr vertraut vorkam und wir uns heimisch fühlen. Leider nur begrenzt, weil wir ja am Ende ja immer noch Deutsche sind. Aber alles war so vertraut: laute Musik, Party-Zwarte-Pieten, hunderte verkleidete Kinder in allen Größen, Sint und Pieten auf dem Boot, Pepernoten, wir trafen sogar eine Familie aus dem Leeuwendaal in Rijswijk ... nur die Hitze, das war neu. Ich erinnere mich noch, in Holland sind wir  2007 nach Ankunft vom Sint schnell nach Hause gegangen, denn es war soooo kalt. Hier mußten wir aus der Sonne fliehen - um 10:00 Uhr morgens.
Anschließend ging es mit dem Bus zum Hollandse Club, wo die Pieten für tolle Stimmung sorgten, Kinder Geschenke bekamen und wir uns in der Sonne am Pool beim Buffet von all dem Party-Streß erholen konnten. Lieben Dank an die Holländer für so etwas Vertrautes in der Ferne. Unser Jakob war seelig an und nach diesem Tag.
Mehr Fotos gibts hier zu sehen!

Möbelkauf

Nachdem wir mit Entsetzen feststellten, daß unser Zeug aus fast 200 Umzugskisten nicht einmal annähernd in den hier uns zur Verfügung stehenden Stauraum passen würde, begannen wir als erstes, uns nochmals von Sachen zu trennen. Doch zu viele Kisten standen in der Adventszeit rum, so daß wir beschlossen IKEA muß Einzug halten. Pech oder Glück - unsere EXPEDIT war ausverkauft und IVAR wollten wir nicht mehr. Außerdem hatten wir schon vorher den Plan uns, wenn es paßt und uns gefällt, das ein oder andere Möbelstück zu kaufen. So fanden wir den chinesischen Antiquitätenhändler Anthony. An einem zu heißen Samstag fuhren wir mit dem Auto los. Die Kinder schliefen im Auto und wir parkten Gott-sei-Dank im Schatten. So konnten wir uns erst einmal ohne kids eine grobe Übersicht in dem riesigen Laden verschaffen. Wir hätten wohl 10 Schränke gekauft. Schade, daß so viele leider nicht in unsere Wohnung passen. Aber wir fanden einen großen Schrank für Bücher und Gläser, ein Sideboard verziehrt mit chinesischer Malerei, ein Nachtschränkchen und einen weiteren kleineren Schrank für Krimskrams.
Nach einer halben Woche wurden die teilweise alten Möbel geliefert, waren geputzt und wurden von zwei chinesischen Männern an die dafür vorgesehenen Plätzen gestellt. Die letzten Umzugskisten konnten geöffnet werden und alles konnte schön verstaut werden. Am Ende konnte ich sogar noch Weihnachtsdeko rausholen und das Siteboard damit vollstellen, denn Fensterbänke gibt es hier nicht. Das Glück wäre perfekt gewesen, hätte ich nicht bei der Einräumaktion die Glasplatte unseres alten Couchtisches zersplittert. Naja, Scherben bringen Glück - heißt es.                                                                                                                            
                                              

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Nikolaus in Singapur


Nachdem der Sinterklaas schon in Singapur war, waren wir voller Hoffnung auf den Nikolaus. Am Abend des 5. Dezembers wurden von Jakob Schuhe ans Fenster gestellt, ein paar Sandalen für August, Klompen für Jakob, einen Businessschuh für Papa und FlipFops für Mama.

Und da wir wohl alle sehr lieb waren, standen sie am 6. Dezember gefüllt in unserem Wohnzimmer. Jakob hat begeistert kleine Geschenke ausgepackt.


August hatte es jedoch nur auf den Gingerbreadman abgesehen und war zufrieden, als Mama ihm diesen ausgewickelt hatte.